Auch dieses Jahr wurde die von Dieter Born initiierte Judo-Trainingsreise nach Japan mit einem Kata-Intensivkurs in seinem Gedenken fortgesetzt. Elf Judoka, darunter Astrid Machulik und Marcus Nietner aus unserem Landesverband, flogen in den Osterferien nach Tokio, um im Kodokan ihre Kata-Kenntnisse zu vertiefen.
kodokan An sieben Tagen wurden in jeweils einer Vor- und Nachmittags-Trainingseinheit vier Kata unterrichtet und detailliert erläutert. Abschluss der Einheit bildete meist eine Demonstration der Teilnehmer sowohl als Tori als auch als Uke.
Auf dem Programm stand zunächst die Kodokan-Goshin-Jutsu mit Fujita Sensei, Makishi Sensei, Nanbo Sensei und Mukai Sensei. Der Schwerpunkt dieser Trainingseinheiten lag auf den realistischen Angriffen Ukes.
kodokan Die zweite, sowohl in Japan als auch in Deutschland recht unbekannte Kata war Seiryoku-Zen´yo-Kokumin-Taiiku. Diese Kata war einst eine Pflicht-Kata für Frauen, als sie noch nicht kämpfen durften. Und sie wurde auch von drei Frauen unterrichtet: Wakamatsu Sensei, Utsumi Sensei und Tagebuchi Sensei. Diese Kata ist recht lang und besteht im ersten Teil aus Tandoku-renshu (Tandoku-Dosa). Der zweite Teil (Sotai-Dosa) besteht aus Kime-Shiki und Ju-Shiki und die Teilnehmer erfuhren, dass es hier doch einige Abweichungen zur Kime-no-Kata bzw. Ju-no-Kata gibt.
kodokan Dann folgten zwei Einheiten zur Katame-no-Kata, die von Yamamoto Sensei und Shimoyama Sensei unterrichtet wurden. Hierbei wurde der Schwerpunkt auf Ukes Befreiungsversuche gelegt.
Als letztes wurde die Kime-no-Kata von Utsugi Sensei, Hasewaga Sensei, Sato Sensei und Katada Sensei gelehrt, die großen Wert auf ein klar erkennbares Kuzushi legten.
Neben unserem Kata-Kurs bestand die Möglichkeit, an weiteren Trainingsaktivitäten teilzunehmen. Dazu gehörten das allabendliche Randori-Training im Hauptdojo des Kodokan sowie ein offenes Kata-Training unter der Leitung von Utsugi Sensei und Katada Sensei. Außerdem wurden ausgesuchte Teilnehmer zum Training der Koshiki-no-Kata bei Daigo Sensei eingeladen. Hier wurde einigen die Ehre zuteil, unter den Augen von Daigo Sensei höchstpersönlich diese hohe Kata zu demonstrieren und gezielt Rückmeldungen zu erhalten. Neben den Trainingsangeboten im Kodokan standen sowohl der Besuch des Dojos der amerikanischen Botschaft als auch das Vereinstraining unter der Leitung von Ochiai Sensei auf dem Programm. Während in der Botschaft Uchi-komi und Randori im Vordergrund standen, wurden bei Ochiai Sensei die Techniken der Nage-waza-ura-no-Kata und der Go-no-Kata detailliert erarbeitet.

Eine besondere Ehre wurde den Teilnehmern zuteil, als sie vom Kodokan zu einem Empfang eingeladen wurden, von dem sicher nicht nur das exzellente Mittagessen im Gedächtnis bleiben wird.
Alles in allem hatten alle Teilnehmer nicht nur viel Freude am Training, sondern auch außerhalb der Matte gab es ein interessantes Rahmenprogramm und sehr viel gutes Essen. Am letzten Abend wurde neben einer Feedback-Runde auch Dieter Born gedacht, ohne den es diese Trainingsreise nicht geben würde.

Und so möchten wir Teilnehmer uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für die hervorragende Organisation bei Astrid Machulik, Jenny Goldschmidt und Michael Hoffmann bedanken, die diese Tradition im Sinne Dieters weiter führen. (Astrid Czymara / aus dem LV Württemberg)